Die „Bibel in gerechter Sprache“ hat Geburtstag. Vor 20 Jahren, am Reformationstag 2006, wurde sie der Öffentlichkeit vorgestellt und veröffentlicht. Sie ist in mehrfacher Hinsicht „gerecht“: Sie versucht, dem Ursprungstext “gerecht” zu werden und macht vor allem die Frauen in den biblischen Geschichten sichtbar. Diese neue Bibelübersetzung verwendet vielfältige Gottesnamen und geht neue Wege im christlich-jüdischen Dialog, indem auf antijüdische Interpretationen verzichtet wird. Mehr Infos zum Thema Gerechtigkeit in der „Bibel in gerechter Sprache“ gibt es online ebenso wie die Bibelübersetzung auch online verfügbar ist.
Zahlreiche Personen haben sowohl das erste und das zweite Testament als auch die Apokryphen unter Leitung eines hochkarätig besetzten Herausgabekreises übersetzt. Zu den Übersetzerinnen und Übersetzern gehört auch Professorin Dr. Silke Petersen, die seit 2011 am Institut für Neues Testament der Universität Hamburg lehrt. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen das Johannes-Evangelium und die biblische Figur Maria Magdalena.
Maria Magdalena ist im Johannes-Evangelium sowohl Zeugin der Kreuzigung Jesu wie auch die erste Person, die dem Auferstandenen begegnet. Am Grab erhält sie von Jesus den Auftrag, den anderen von dessen Auferstehung zu verkündigen (Joh 19,25 und 20,1-18). In der späteren Rezeptionsgeschichte wird eben diese Maria allerdings viele Verwandlungen durchlaufen: von der büßenden Sünderin in Südfrankreich und der reuigen Prostituierten bis zur Geliebten oder Ehefrau Jesu und Mutter seiner Kinder. Durch diese veränderte Deutung ihrer Person in Religion, Literatur und Kunst wurde die bedeutsame Rolle Maria Magdalenas für das frühe Christentum in den Hintergrund gedrängt.
Im Vortrag von Prof. Dr. Silke Petersen wird es um beide Seiten gehen: um die Rezeptionsgeschichte in Sachen Maria Magdalena sowie exemplarisch auch um die Herausforderungen einer Übersetzung in „gerechter Sprache“ am Beispiel von Kapitel 20 des Johannes-Evangeliums. Anschließend besteht die Möglichkeit, mit der Referentin ins Gespräch zu kommen.
Die Teilnahme an dieser Online-Veranstaltung ist kostenfrei. Bitte melden Sie sich dennoch mit dem nachfolgenden Online-Formular an, damit wir Ihnen ca. eine Woche vor der Veranstaltung den Link zur Videokonferenz (per Zoom) zusenden können.
Passend zum Vortrag empfehlen wir Ihnen den Besuch der Ausstellung „Maria Magdalena – Sin. Pray. Love.“ im Frankfurter Städel Museum. Prof. Dr. Silke Petersen hat einen Beitrag für den Katalog dieser Sonderausstellung geschrieben. Sie wird vom 17. September 2026 bis 17. Januar 2027 gezeigt.
Diese Online-Veranstaltung findet in Kooperation mit den Evangelischen Frauen in Hessen und Nassau e. V. statt.